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Tourismusanalyse Dübener Heide 2016

Angebot und Nachfrage im Beherbergungsgewerbe


Inhaltsübersicht

A. Das Angebot an touristischen Leistungen in der Dübener Heide 2016
B. Die touristische Nachfrage in der Dübener Heide 2016
C. Regionale Nachfrageunterschiede 2016
D. Saisonale Nachfrageunterschiede 2016


Seit 9 Jahren stellen wir die Kurzanalyse "Tourismus in der Dübener Heide" für Interessierte ins Internet. Nach wie vor erfreut sich dieses Angebot großer Beliebtheit. Die Tourismusanalyse 2015 wurde im Verlaufe des Jahres 2016 1.115mal aufgerufen. Im Vorjahr registrierten wir 1.204 Klicks. Das ist für uns Anlass, die Aufbereitung weiterhin ins Netz zu stellen.

Neu in diesem Jahr: wir stellen ihnen eine pdf-Version zur Verfügung damit sie noch besser mit dem Material arbeiten können. pdf-Version laden.


Zur Datenerfassung

Die im Folgenden genutzten Daten stellten uns freundlicher Weise die Statistischen Landesämtern Sachsen und Sachsen-Anhalt als Spezialaufbereitungen zur Verfügung. Die Datenerfassung beginnt mit dem Jahr 1992. Seitdem haben sich einige Veränderungen ergeben, die vor allem Detailaussagen beeinflussen. Geändert haben sich vor allem die administrative Struktur innerhalb des Untersuchungsgebietes sowie einzelne statistische Kennziffern.

  1. Die administrative Struktur
    • Die Zahl der Landkreise sank von 5 auf 3.
      In Sachsen waren es anfangs 3, jetzt einer; in Sachsen-Anhalt blieb die Zahl konstant bei 2.
    • Die Zahl der Gemeinden sank von 25 auf 5.
      Gerade diese Konzentration schmälert die differenzierte Aussage.
  2. Die statistische Datenerfassung

Das Fortbestehen des Erfassungsgebietes 'Dübener Heide' im 1992 definierten geografischen Rahmen ermöglicht nach wie vor gesicherte Aussagen zu touristischem Angebot und Nachfrage.

Die wichtigsten Ergebnisse:

Grafiken zu diesen drei Thesen finden sie am Ende der Ausarbeitung.

Die folgende Tourismusbetrachtung zur Dübener Heide enthält bewusst viele Grafiken und Tabellen, um für den Leser die Möglichkeit der unabhängigen Meinungsbildung zu schaffen. Interessierte, die noch umfangreicheres Material wünschen, wenden sich bitte an die Geschäftsstelle des Vereins Freizeit und Urlaub auf dem Land - Sachsen-Anhalt (034921/20391).

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A. Das Angebot an touristischen Leistungen in kommerziellen Beherbergungsbetrieben der Dübener Heide 2016

Ende 2016 (Stichtag 31.12.) boten in der Region Dübener Heide 65 kommerzielle Beherbergungsbetriebe ihre Leistungen an. Von ihnen hatten 52 am Jahresende geöffnet. Von den insgesamt 5.418 Schlafgelegenheiten wurden rd. 74 % ganzjährig angeboten. Dieses für eine relativ kleine Region (ca. 65.000 Einwohner) beachtliche Angebot (830 Betten pro 100 Einwohner) basiert vor allem auf dem traditionell verwurzelten Gesundheitstourismus.

Die Zahl der kommerziellen Beherbergungsbetriebe veränderte sich in den letzten Jahren wenig. Alles weist auf eine Marktsättigung hin.

Nach dem Aufschwung bis Anfang der 2000er Jahre folgte eine Phase der Findung mit zwischen den Jahren wechselnden Angeboten. In diesen Jahren gewannen wirtschaftliche Überlegungen an Gewicht, die Zahl der nicht ganzjährig geöffneten Betriebe passte sich der Nachfrage an (Grafik 1).

Grafik 1:
Die Entwicklung der Zahl der kommerziellen Beherbergungsbetriebe
in der Dübener Heide von 1992 – 2016 (jeweils Jahresende)

Entwicklung der Betriebe

Das Angebot an Schlafgelegenheiten weicht in seiner Entwicklung scheinbar  von der Betriebsentwicklung ab (Grafik 2). Die Hauptursache ist jedoch rein statistischer Natur und resultiert aus der Einbeziehung der Campingplätze in die Beherbergungsstatistik ab 2009. Daraus ergeben sich auch die großen Unterschiede zwischen angebotenen und vorhandenen Schlafgelegenheiten.

Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass sich seit Mitte der 90iger Jahre die Zahl der Schlafgelegenheiten für Besucher nur geringfügig erhöhte.

2016 stieg die Zahl der vorhandenen Schlafgelegenheiten um  15 % zum Vorjahr; die Zahl der angebotenen Schlafgelegenheiten um 8 %. Die Zahl der vorhandenen Schlafgelegenheiten entspricht den Jahren 2012-2014.

Grafik 2:
Die Entwicklung der Zahl der Schlafgelegenheiten in kommerziellen Beherbergungsbetrieben
der Dübener Heide von 1992 – 2016 (Stichtag 31.12.)

Angebot an Schlafgelegenheiten seit 1992

Die durchschnittliche Betriebsgröße der kommerziellen Beherbergungsbetriebe in der Dübener Heide betrug 2016 83 Schlafgelegenheiten pro Einrichtung. Das entspricht dem Niveau der letzten Jahre.

Die Kennziffer 'Betriebsgröße' bietet ein unscharfes Bild der regionalen Realität:

Die gewichtige Rolle der Campingplätze wird ab 2009 deutlich. Mit ihrer Aufnahme in die Erfassung erhöhte sich zwischen 2008 bis 2010 die Betriebsgröße von 58 auf 84. Sie stieg fast auf 150 % zum Basisjahr.

Grafik 3:
Die durchschnittliche Betriebsgröße der kommerziellen Beherbergungsbetriebe
der Dübener Heide von 1992 – 2016
(Schlafgelegenheiten/Betrieb) Entwicklung der durchschnittlichen Betriebsgröße

Saisonale Einflüsse auf das Angebot

Der Sommer-Winter-Einfluss ist in der Dübener Heide weniger stark ausgeprägt als in manch anderer ländlichen Region. Die vorhandenen Kureinrichtungen federn den Einfluss der Jahreszeiten auf die Nachfrage ab und beeinflussen so auch das Angebot.

Im Sommerhalbjahr hatten fast alle vorhandenen Betriebe geöffnet, im Winterhalbjahr nahm etwa ein Viertel Betriebsferien (nicht einheitlich und zeitlich begrenzt). Diese Unterschiede zeigen sich auch bei den Schlafgelegenheiten. Im Sommer (Stichtag der Erfassung 30.06.) ist die Zahl der angebotenen Schlafgelegenheiten um ein Drittel höher als im Winter (fast 1.400 Schlafgelegenheiten mehr).

Tabelle 1:
Betriebe und Schlafgelegenheiten in kommerziellen Einrichtungen
der Dübener Heide 2016 im Sommer- und Winterhalbjahr
Angebot nach Jahreszeiten

Tabelle 2:
Das Angebot an kommerziellen Übernachtungsmöglichkeiten
in der Dübener Heide 2014 bis 2016 (Stichtag 31.12.)
Angebot 2014-2016

Regionale Unterschiede im Angebot

Im Zuge der Gebietsreformen entstanden Kommunen, in denen sich touristisch sehr unterschiedliche Ortsteile zusammenfanden. Die in der Vergangenheit vorgenommene differenzierte Betrachtung nach Gemeinden ist somit wenig sinnvoll. Vor 2 Jahrzehnten standen Angaben zu 31 Gemeinden zur Verfügung. Das gleiche Einzugsgebiet besteht heute aus 13 Gemeinden.

Vergleichbar sind die Unterschiede zwischen Süd- und Nordheide, d. h. zwischen dem sächsischen und sachsen-anhaltinischen Teil der Dübener Heide.

Der nördliche Teil der Dübener Heide ist eindeutig der touristisch dominierende. Dreiviertel des Bettenangebotes befindet sich in dieser Region. Der Norden punktet mit seiner Kurstadt Bad Schmiedeberg, in der sich die Hälfte seines Angebots an Schlafgelegenheiten befindet. Die scheinbar besseren Voraussetzungen des Südteils durch seine Nähe zur Großstadt Leipzig (ca. 25 km entfernt) sowie die Autobahnanbindung kommen nicht zum Tragen.

Grafik 4:
Das Angebot an kommerziellen Übernachtungsmöglichkeiten (angebotene Betten)
in der Nord- und Südheide (Stichtag 31.12.2016)
Nord-Südheide im Angebot

Die Kurstädte sind in ihren Heideregionen (Nordheide Bad Schmiedeberg - Südheide Bad Düben) prägend.

Die relativ großen Betriebe in 'Nordheide ohne Bad Schmiedeberg' ergeben sich aus der Tatsache, dass in diesem Teil insgesamt 6 Campingplätze angesiedelt sind.

Die Größe einer Kommune hat keinen nennenswerten Einfluss auf das Übernachtungsangebot.

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B. Die touristische Nachfrage in der Dübener Heide 2016

2016 setzte sich der Nachfrageanstieg der Vorjahre fort. Das betrifft sowohl die Zahl der Gäste als auch ihre Aufenthaltsdauer.

2016 wurden 554.473 Übernachtungen in kommerziellen Beherbergungseinrichtungen der Dübener Heide erfasst. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Übernachtungen um rund 16 675 bzw. 3,0 %.

Grafik 5:
Die Zahl der Übernachtungen in kommerziellen Beherbergungseinrichtungen
der Dübener Heide von 1992 – 2016 Übernachtungen 1992-2016

114 177 Gäste (Ankünfte) kamen 2016 in der Region. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg von 7,5 % bzw. rd. 2.313 Gästen.

Grafik 6:
Die Gästezahl in kommerziellen Beherbergungseinrichtungen der Dübener Heide
von 1992 – 2016
Gästezahl

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 5,1 Tagen/Gast. entspricht dem Niveau der letzten Jahre (4,9 bis 5,1 Tage/Gast).

Grafik 7:
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste
in kommerziellen Beherbergungseinrichtungen der Dübener Heide von 1992 -2016
(Angaben in Tagen) Aufenthaltstage

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C. Regionale Nachfrageunterschiede 2016

Die regionale Nachfrage innerhalb der Dübener Heide wird unter zwei Aspekten betrachtet:

Nord- und Südheide

Die Nachfrage nach touristischen Leistungen hat sich in beiden Teilregionen erhöht. Grafik 8 zeigt einen Zeitvergleich zwischen 1992 und 2016. Dieser macht den Anstieg bei den Gästezahlen und den Übernachtungen sichtbar. Die Phase des deutlichen Nachfrageanstiegs ist jedoch bereits seit Jahren vorüber und Nachfrageausdehnung vollzieht sich besonders über die Verlängerung des Aufenthaltes. Dadurch kommt es zum schnelleren Wachstumstempo der Übernachtungszahlen gegenüber den Ankünften.

Grafik 8:
Die Entwicklung der Gäste (Ankünfte) und Übernachtungen
in kommerziellen Beherbergungseinrichtungen der Dübener Heide zwischen 1992 und 2016
gegliedert nach Nord- und Südheide
m

Zweite Aussage: Der nördliche, sachsen-anhaltische Teil der Dübener Heide ist der touristisch prägende, in ihm kommen etwa zwei Drittel der Gäste an und in gleicher Relation verhält es sich bei den Übernachtungen (Grafik 9).

Grafik 9:
Die regionale Verteilung der Übernachtungen und Ankünfte
in kommerziellen Beherbergungseinrichtungen der Dübener Heide 2016
gegliedert nach Nord- und Südheide
mm

Dritte Aussage: Das Wachstum der Nachfrage ist in beiden Teilen der Region seit vielen Jahren weitgehend stabil. Unterschiede bestehen jedoch in der Struktur des Zuwachses. Während im Norden der Gesundheitstourismus großen Anteil hat, sind es im Südraum in stärkerem Maße Kurzreisende.

Tabelle 3:
Die regionale Verteilung der Übernachtungen und Gäste (Ankünfte)
in kommerziellen Beherbergungseinrichtungen der Dübener Heide 1992-2016
gegliedert nach Nord- und Südheide
Süd-Nordheide

 

Kurstädte und ländlicher Raum

Es ist die Gegenüberstellung der beiden Kurstädte zum übrigen Teil der Dübener Heide, der hier als ländlichen Raum bezeichnet wird.

Langfristig betrachtet (über mehr als zwei Jahrzehnte - 1993-2016) haben beide Teilregionen beachtliche Fortschritte als Urlaubsregionen erreicht. Sowohl in den Kurstädten als auch im ländlichen Raum ist die Nachfrage gestiegen. Das betrifft gleichermaßen die Zahl der ankommenden Gäste und die Zahl der Übernachtungen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer erreicht in den Kurstädten 7 - 8 Tage, im ländlichen Raum 2 - 3 Tage.

Bei weitgehend prozentual paralleler Entwicklung wird das optische Bild jedoch von den absoluten Veränderungen geprägt.

In den letzten Jahren hat das Wachstumstempo merklich nachgelassen.

Grafik 10:
Vergleich der durchschnittlich pro Tag anwesenden Gäste in den Kurstädten und im ländlichen Raum
der Dübener Heide von 1993 und 2015

Unabhängig vom prozentual fast gleichen Wachstum werden die Kurstädte immer mehr zum prägenden Element des touristischen Bildes der Region. 2016 hielten sich in den Kurstädten täglich 1 200 Gäste auf (Durchschnitt), im ländlichen Raum waren es 390. Die folgende Grafik 11 der Übernachtungsanteile verdeutlicht die Unterschiede.

Grafik 11:
Anteil der Kurstädte und des ländlichen Raumes
an den Übernachtungen in der Dübener Heide 2016

Anteil an Übernachtungen

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D. Saisonale Nachfrageunterschiede 2016

Die Nachfrage in den meisten Tourismusregionen Deutschlands ist von einem typischen Sommer-Winter-Rhythmus geprägt. In der Dübener Heide ist der allgemeine Saisonrhythmus ebenfalls zu erkennen, die dominierende Rolle des Gesundheitstourismus und der Kureinrichtungen  bewirken jedoch eine abgeflachtere, harmonischere Nachfragekurve. Das tritt besonders bei der Zahl der Ankünfte zu Tage.

In den letzten Jahren erhöhte sich der Anteil der Sommermonate leicht. Der Schluss eines zunehmenden Urlaubstourismus wäre jedoch verfrüht, denn 2016 wurde diese Tendenz sichtbar unterbrochen. Das heißt, es ist immer mit einer bestimmten Variabilität zu rechnen.

Während die Übernachtungen einen sichtbaren Saisonverlauf besitzen, ist dies bei den Ankünften nicht der Fall. Der leichte Anstieg in den Sommermonaten prägt nicht das Bild der Region (Grafik 12).

Anteil Sommermonate an den Jahresübernachtungen (April-Sept.)
Jahr 2011 2014 2015 2016
Anteil (%) 58 59 61 55

 

Grafik 12:
Die saisonalen Unterschiede 2015 und 2016 bei Ankünften und Übernachtungen in
der Dübener Heide Saisonverlauf 2015 und 2016

Die Frage ist, welchen Einfluss haben Kurstädte bzw. ländlicher Raum auf diesen saisonalen Nachfrageverlauf (siehe auch Grafik 13).

Grafik 13:
Der Saisonverlauf bei Ankünften (Gästen) und Übernachtungen 2016,
gegliedert nach Kurstädten und ländlichem Raum
Saisonverlauf Kurstädte und ldl. Raum

Nicht nur zwischen den betrachteten Regionalgruppen bestehen Unterschiede, auch die beiden Kurstädte weisen Abweichungen voneinander auf (Grafik 14).

Der erwähnte Saisonverlauf zeigt auch in den Vorjahren ein ähnliches Bild.

Grafik 14
Der Saisonverlauf bei Ankünften und Übernachtungen 2016
in den beiden Kurstädten (Absolute Angaben)Saison Kurstädte

Generell ist festzustellen, dass sich zwischen 2015 und 2016 keine wesentlichen Veränderungen in der saisonalen Nachfrage vollzogen haben

 

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Grafiken zu den wichtigsten Ergebnissen

Grafik 15
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste in der Dübener Heide im Vergleich
zu Sachsen, Sachsen-Anhalt und Deutschland, gesamt (2015 und 2016)
Vergleich der Aufenthaltsdauer der Gäste

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Grafik 16
Die Übernachtungen in der Dübener Heide im Vergleich
zu Sachsen, Sachsen-Anhalt und Deutschland, gesamt (2015 und 2016) Vergleich der Übernachtungen zwischen Regionen

Grafik 17
Die Ankünfte in der Dübener Heide im Vergleich
zu Sachsen, Sachsen-Anhalt und Deutschland, gesamt (2015 und 2016) Ankünfte

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ins Internet gestellt am 30.03.2017
Dr. sc. Walter Dlouhy