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Schloss Burgkemnitz

Anschrift: Schlaitzer Straße 14
06804 Burgkemnitz

Das wohl schönste Schloss im Landkreis Anhalt-Bitterfeld betitelte die Mitteldeutsche Zeitung einen Artikel zum Schloss Burgkemnitz  im Jahr 2011. Seit Jahren steht es leer und droht zu verfallen.


Im Jahr 1456 wurde der Ort Burgkemnitz erstmals urkundlich erwähnt. Über die Ursprünge des Schlosser gehen die Ansichten etwas auseinander. Eine noch aus slawischer Zeit stammende Burg wird als Ursprung des Rittergutes angesehen. Die ersten bekannten Besitzer des Schlosses (die Bezeichnung ist nicht eindeutig, denn in der Literatur wird auch von Herrenhaus gesschrieben) haben slawische Wurzeln, es ist das Geschlecht der Rabiel, die in Pouch saßen und denen auch das Schloss Schköna gehörte. Später wechselten die Besitzer mehrmals. Im 17. Jahrhundert erwirbt Bodo von Bodenhausen das Gut.  Anstelle einer alten Wasserburg ließ im 17. Jahrhundert einen Neubau errichten. Es handelte sich um eine barocke Dreiflügelanlage mit hohem Walmdach. Über dem Portal des Schlosses prangte der Spruch "Gott gebe Gnade, Friede und Recht, dass es bleibe bei diesem Geschlecht" .

Ein Nachfahre staltete 1869/70 das Schloss im Stil der Neorenaissance um und gab ihm das heutige Erscheinungsbild. Vor allem die dem Park zugewandte Südseite erhielt eine völlig neue Bedachung und markante Ecktürme, die stark an die Schlösserlandschaft an der Loire erinnern. Es sieht mit seinen altertümlichen Ecktürmen, Fassaden und Giebeln inmitten des großen anmutigen Parks, indem sich auch mehrere weitausladende Teiche befinden, sehr stattlich ausNeben einer historisierenden Neugestaltung der Innenräume veränderte Hans Bodo auch den Park (etwa 14 ha groß). Er legte Wert darauf, den alten, von Natur aus vorhandenen Baumbestand, zu integrieren.

Letzter Besitzer dieses Herrenhauses war nach dem Zweiten Weltkrieg der durch die Bodenreform enteignete Landrat Kraft Freiherr von Bodenhausen. Die Familie v. Bodenhausen kam bei ihrem Förster unter, wurde dann aber aus Burgkemnitz ausgewiesen. Das Schloss diente zunächst als Erholungsheim der Farbenfabrik Wolfen und wurde SED-Parteischule. Mit der Wende übernahm der Landkreis das Objekt für 1 DM, um es umgehend der Caritas für 99 Jahre zu verpachten. Die nutzte es bis 2002 als Wohn- und Pflegeheim für geistig Behinderte. Seitdem steht es leer.

Das einstige Schmuckstück hat nicht nur deutlich bessere Zeiten gesehen. Wer einmal um das Schloss herumgeht, mag sich gerade um den Erhalt des Nordflügels seine Gedanken machen.


Neben dem Schloss ist die Barockkirche Burgkemnitz ein Denkmal der Baukunst im Ort. Sie wurde 1722 erbaut, also kurz nach dem Schloss. Sie erstrahlt nach ihrer ganzheitlichen Restaurierung (von 1867 bis 1880) wieder in einem neuen Glanz.  Zur Tradition geworden und über die Grenzen der Region hinaus beliebt sind die „Burgkemnitzer Kirchenkonzerte“.


Informationen aus dem Internet: wikipedia.org, mobile-geschichte.de, burgkemnitz.de und br/>Ferienland Dübener Heide 96/2015

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