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Tourismusanalyse Dübener Heide 2017

- Angebot und Nachfrage im Beherbergungsgewerbe -


Inhaltsübersicht

A. Das Angebot an touristischen Leistungen in der Dübener Heide 2017
B. Die touristische Nachfrage in der Dübener Heide 2017
C. Regionale Nachfrageunterschiede 2017
D. Saisonale Nachfrageunterschiede 2017
E. Einige touristische Vergleiche zwischen der Dübener Heide und den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt


Die folgende Tourismusbetrachtung zur Dübener Heide befasst sich mit dem Jahr 2017 und zurückblickend, je nach Datenlage auf die Entwicklung seit 1992/1993. 25 Jahre touristische Entwicklung gibt einen aufschlussreichen Einblick auf Veränderungen in der Region und zeigt, wie sich der Tourismus nach anfangs schwierigen Jahren mit zugleich beachtlichem Wachstum zu einem wichtigen Faktor im gesellschaftlichen Leben der Region entwickelte. Das Material  enthält bewusst viele Grafiken und Tabellen, um für den Leser die Möglichkeit der unabhängigen Meinungsbildung zu schaffen. Interessierte, die noch umfangreicheres Material wünschen, wenden sich bitte an die Geschäftsstelle des Vereins Freizeit und Urlaub auf dem Land - Sachsen-Anhalt (034921/20391).

Die seit einem Jahrzehnt veröffentlichte Kurzanalyse "Tourismus in der Dübener Heide"  erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Das ist für uns Anlass, sie auch in diesem Jahr zu veröffentlichen.

JahrAufrufe der Tourismusanalyse
des Vorjahres
20141.204
20151.115
20161.204
20171.178

Wie im Vorjahr  stellen wir ihnen eine pdf-Version zur Verfügung, damit sie noch besser mit dem Material arbeiten können. pdf-Version laden.


Zur Datenerfassung

Die im Folgenden genutzten Daten stellten uns freundlicher Weise die Statistischen Landesämter Sachsen und Sachsen-Anhalt als Spezialaufbereitungen zur Verfügung. Seit 1992 werden Daten bei uns gesammelt und ausgewertet. Dadurch können grundsätzliche Aussagen zur langfristigen Entwicklung des Beherbergungsangebotes und der touristischen Nachfrage getroffen werden. Die den vergangenen 25 Jahren vorgenommenen Änderungen in der administrativen Struktur und der Datenerfassung beeinflussen nur bestimmte Detailaussagen.

  1. Die administrative Struktur
    • Die Zahl der Landkreise sank von 5 auf 3.
      In Sachsen waren es anfangs 3, jetzt einer; in Sachsen-Anhalt blieb die Zahl konstant bei 2.
    • Die Zahl der Gemeinden sank von 25 auf 13.
      Gerade diese Konzentration schmälert die differenzierte Aussage.
  2. Die statistische Datenerfassung

Das Fortbestehen des Erfassungsgebietes 'Dübener Heide' im 1992 definierten geografischen Rahmen ermöglicht nach wie vor gesicherte Aussagen zu touristischem Angebot und Nachfrage.


Die wichtigsten Ergebnisse:

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A.
Das Angebot an touristischen Leistungen
in kommerziellen Beherbergungsbetrieben der Dübener Heide 2017

 

Betriebe und ihre Größe

In der Region Dübener Heide boten am 31.12.2017 65 kommerzielle Beherbergungseinrichtungen mit 5.624 Schlafgelegenheiten / Betten ihre Leistungen an. Gegenüber dem gleichen Stichtag des Vorjahres  ist die Zahl der Betriebe unverändert geblieben, das Angebot an Schlafgelegenheiten erhöhte sich leicht (um 3,8 %). Dadurch stieg die durchschnittliche Betriebsgröße von 83 auf 87 Schlafgelegenheiten/Einrichtung.

An obigem Stichtag hatten 53 Betriebe mit 4.101 Schlafgelegenheiten/Betten geöffnet. Das sind  83,5 % der vorhandenen Betriebe mit 72,9 % des potentiellen Bettenangebots. Die saisonal bedingten Schließungen beeinflussen die Betriebsgröße. Die durchschnittliche Betriebsgröße der geöffneten Betriebe betrug 77 Schlafgelegenheiten/Einrichtung.

Über mehrere Jahre betrachtet hat sich die Zahl der kommerziellen Beherbergungsbetriebe wenig verändert. Alles weist auf eine Marktsättigung hin. Nach dem Aufschwung bis Anfang des ersten Jahrzehnts der 2000er Jahre folgte eine Phase der Findung mit zwischen den Jahren wechselnden Angebotshöhe. In den letzten 6 Jahren blieb die Zahl der Betriebe im Prinzip stabil. Zunehmend gewinnen wirtschaftliche Überlegungen an Gewicht, die Zahl der nicht ganzjährig geöffneten Betriebe passte sich der Nachfrage an (Grafik 1).

Das Angebot an Schlafgelegenheiten/Betten weicht in seiner Entwicklung scheinbar von der Betriebsentwicklung ab. Das Angebot erhöhte sich 2009 schlagartig. Die Ursache sind statistische Veränderungen (Einbeziehung der Campingplätze in die Beherbergungsstatistik ab 2009 mit jeweils 4 Schlafgelegenheiten je Stellplatz). Daraus erklären sich auch die großen Unterschiede zwischen angebotenen und vorhandenen Schlafgelegenheiten, denn einige Campingplätze sind nur saisonal geöffnet bzw. haben ihr Stellplatzangebot im Winter reduziert (Grafik 2).

Bereinigt betrachtet, zeichnen sich seit Ende der 90er Jahre, d. h. seit etwa zwei Jahrzehnten, Tendenzen der Stagnation ab. Die Zahl der angebotenen Schlafgelegenheiten/Betten in geöffneten Betrieben weist eindrucksvoll darauf hin.

Tabelle 1:
Das Angebot in komm. Beherbergungsbetrieben der Dübener Heide 2017
und die Veränderung zum Vorjahr (Stichtag 31.12.)
 gesamtgeöffnet/angebotenVeränd. zu 2016 um %
Betriebe 6553 0,0 bzw. 1,9
Schlafgelegenheiten5.6244.101 3,8 bzw. 2,2

Die durchschnittliche Größe der kommerziellen Beherbergungsbetriebe erreichte 2017 mit durchschnittlich 87 Betten/Betrieb bei allen erfassten Betrieben und 77,4 Betten /Betrieb in geöffneten Einrichtungen neue Höchstwerte.
Die gewichtige Rolle der Campingplätze wird  deutlich. Mit ihrer Aufnahme in die Berichterstattung erhöhte sich zwischen 2008 bis 2010 die Betriebsgröße von 58 auf 84. Sie stieg fast auf 150 % zum Basisjahr.

Außerdem ist bei der Bewertung der Betriebsgröße zu beachten, dass

Grafik 1:
Die Entwicklung der Zahl der kommerziellen Beherbergungseinrichtungen in der Dübener Heide seit 1992
Betriebe

Grafik 2:
Die Entwicklung der Zahl der Schlafgelegenheiten in komm. Beherbergungsbetrieben der Dübener Heide
von 1992 bis 2017
Entwicklung der Schlafgelegenheiten

Grafik 3:
Die durchschnittliche Betriebsgröße der kommerziellen Beherbergungsbetriebe der Dübener Heide von 1992 bis 2017 (Schlafgelegenheiten/Betrieb)
Betriebsgröße

 

Saisonale Einflüsse auf das Angebot

Das touristische Sommer-Winter-Verhalten ist in der Dübener Heide weniger stark ausgeprägt als in manch anderer ländlichen Region. Durch die vorhandenen Kureinrichtungen wird der Einfluss der Jahreszeiten auf die Nachfrage abgefedert und über diese wird auch das Angebot beeinflusst.

Unabhängig davon zeigt sich:

Grafik 4:
Die saisonalen Unterschiede beim Angebot von Schlafgelegenheiten 2017
Vergleich zwischen den Stichtagen 30.06. und 31.12.
Saison 

Tabelle 2:
Betriebe und Schlafgelegenheiten in kommerziellen Einrichtungen
der Dübener Heide  im Sommer- und Winterhalbjahr, 2015 - 2017
Stichtag jeweils 30.06. und 31.12.
 gesamtgeöffnet/angeboten Anteil geöffn. an Gesamt
30.0631.1230.06.31.12.30.06.31.12.
 2015
Betriebe6666 665010076
Schlafgelegenheiten   5.372 4.7225.3413.712 9979
 2016
Betriebe6665 645297 80
Schlafgelegenheiten5.6485.418 5.4824.0129774
 2017
Betriebe6565 655310082
Schlafgelegenheiten5.6355.624 5.5794.1019973

 

Regionale Unterschiede im Angebot

Die Unterschiede zwischen Süd- und Nordheide, d. h. zwischen dem sächsischen und sachsen-anhaltinischen Teil der Dübener Heide, sind beachtlich. Der nördliche Teil der Dübener Heide ist eindeutig der touristisch dominierende. Rund 80 Prozent des Bettenangebotes befindet sich in dieser Region. Diese Situation ist seit Jahren unverändert (Grafiken 5 und 6).

Der Norden punktet mit seiner Kurstadt Bad Schmiedeberg, in der sich die Hälfte seines Angebots an Schlafgelegenheiten befindet. Die scheinbar besseren Voraussetzungen des Südteils durch seine Nähe zur Großstadt Leipzig (ca. 25 km entfernt) sowie die Autobahnanbindung kommen nicht zum Tragen.

Grafik 5:
Die regionalen Unterschiede beim Angebot von Schlafgelegenheiten 2017
zwischen Nord- und Südheide - Stichtag 31.12.
Regionenanteil
 
Grafik 6:
Die regionalen Unterschiede beim Angebot von Schlafgelegenheiten 2014 - 2017
zwischen Nord- und Südheide - Stichtag jeweils 31.12.
Regionen

 

Die Rolle der Kurstädte

Die Kurstädte sind auch 2017 sowohl für die Gesamtheide als auch für ihre Heideregion (Nordheide Bad Schmiedeberg - Südheide Bad Düben) touristisch prägend.  In ihnen wird ein hoher Anteil der vorhandenen Schlafgelegenheiten ganzjährig angeboten.

Grafik 7:
Der Anteil der Kurstädte an den Beherbergungsbetrieben und Schlafgelegenheitsangebot
 in den einzelnen (Teil)Regionen - Stichtag 31.12.2017
Kurstadtanteil

Die Bedeutung der Kurstädte wird auch beim Betrachten des übrigen Territoriums deutlich. Gemeinden außer den Kurstädten sind durch folgende Daten gekennzeichnet:

Die Rolle der 8 Campingplätze im Bereich der Dübener Heide kann nicht näher beschrieben werden, da nur begrenzt statistische Angaben vorliegen. Ihr Gewicht ist jedoch teilweise gravierend.  Am Beispiel Nordheide wird dies besonders sichtbar. In ihr wurden im Sommer (Stichtag 30.06.)  über 2.000 Schlafgelegenheiten angeboten, am Jahresende immerhin noch rd. 1.100. Die durchschnittliche Betriebsgröße der geöffneten Campingplätze wird mit fast 300 Schlafgelegenheiten/ Einrichtungen angegeben und entspricht damit etwa der Größe vorhandener Kureinrichtungen.

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B.
Die touristische Nachfrage in der Dübener Heide 2017

 

2017 übernachteten in kommerziellen Beherbergungsbetrieben der Dübener Heide

127.258 Gäste.

Diese Gäste verblieben im Durchschnitt 4,8 Tage. Daraus ergibt sich eine Gesamtzahl an Übernachtungen von

604.762.

2017 setzte sich der Nachfrageanstieg der Vorjahre fort.  Es erhöhte sich

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank von 5,1 auf 4,8 Tage. Damit setzt sich die seit Anfang des 21. Jahrhunderts (exakt etwa ab 2006) leicht rückläufige Tendenz fort (Grafik 9). Im Verlaufe der folgenden Betrachtungen wird ersichtlich, dass dies vorrangig auf die Entwicklung im ländlichen Raum zurückzuführen ist.

Grafik 8:
Die Entwicklung der Übernachtungen in den kommerziellen Beherbergungsbetrieben
der Dübener Heide seit 1992
Übernachtungen ab 1992


Grafik 9:
Die Entwicklung der Gästezahl (Ankünfte) in den kommerziellen Beherbergungsbetrieben
der Dübener Heide seit 1992
Ankünfte ab 1992

Grafik 10:
Die Entwicklung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer der Gäste
in den kommerziellen Beherbergungsbetrieben der Dübener Heide seit 1992
Aufenthaltsdauer ab 1992
 

 

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C. Regionale Nachfrageunterschiede 2017

Die regionale Nachfrage innerhalb der Dübener Heide wird unter den Aspekten der administrativen Verteilung der Region auf die Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt (bezeichnet als Süd- und Nordheide) sowie die Gliederung in Kurstädte und ländlichen Raum betrachtet. Letzterer umfasst alle Kommunen außerhalb der Kurstädte.

Nord- und Südheide

Die Nachfrage nach touristischen Leistungen ist im Verlaufe der vergangenen 25 Jahre  in beiden Teilregionen gestiegen. Nach der Phase eines deutlichen Nachfrageanstiegs in den 90er Jahren folgten Jahre eines soliden, gemäßigten Aufschwungs (Grafik 11).

Bemerkenswert ist

Das Wachstum der Nachfrage ist in beiden Teilen der Region seit vielen Jahren weitgehend stabil. Unterschiede bestehen in der Struktur des Zuwachses.

Der nördliche Teil der Dübener Heide, d. h. der zu Sachsen-Anhalt zählende, ist für das Niveau der touristischen Nachfrage bestimmend. Kennzeichnend für ihn sind

Das heißt, etwa zwei Drittel der Gäste hat im Nordteil der Dübener Heide seinen Aufenthaltsort und verweilt länger in der Region als die, die im südlichen Teil Quartier bezogen haben. 


Grafik 11:
Die Entwicklung der Zahl der Gäste (und der Übernachtungen) in der Nord- bzw. Südheide
 seit 1992 (ausgewählte Jahre)
Anteile Nord- und Südheide an Gesamtheide

Grafik 12:
Die Anteile der Übernachtungen in der Nord- bzw. Südheide an der Gesamtheide seit 1992 (ausgewählte Jahre - gesamt = 100)
Anteile Nord- und Südheide an Gdesamtheide

Grafik 13:
Der Anteil der Nord- und Südheide an den Gästen in der Dübener Heide 2017
Nord- und Südheide 

Grafik 14:
Der Anteil der Nord- und Südheide an den Übernachtungen in der Dübener Heide 2017
Anteil der Nord- und Südheide an Übernachtungen  2017

Grafik 15:
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste in der Nord- bzw. Südheide seit 1992 (ausgewählte Jahre)
Gäste seit 1992 nach Regionen
 

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Kurstädte und ländlicher Raum

Die Gegenüberstellung der Kurstädte zum übrigen Teil der Dübener Heide, der hier als ländlicher Raum bezeichnet wird, ist langfristig schwierig, da die Gebietsreform Verschiebungen in der administrativen Zuordnung hinterließ und dadurch die Vergleichbarkeit eingeschränkt ist. Das typische Beispiel für die Region Dübener Heide ist Bad Schmiedeberg. Während die Stadt Bad Schmiedeberg bis 30.06.2009 als Gemeinde erfasst wurde, sind ab 01.07.2009 zusätzlich die bis dato selbständigen Gemeinden Pretzsch,Korgau,Meuro, Priesitz, Schnellin, Söllichau und Trebitz zum Gemeindeverbund hinzugekommen. Vergleichbar sind dadurch die statistischen Angaben ab 2010.

Unabhängig davon ist festzustellen, dass langfristig (über mehr als zwei Jahrzehnte - 1993-2017) beide Teilregionen beachtliche Fortschritte als Urlaubsregionen erreicht haben. Sowohl in den Kurstädten als auch im ländlichen Raum ist die Nachfrage gestiegen. Seit 1993 (dem ersten Jahr mit einer statistischen Aussage zu beiden Teilregionen) stieg bis 2017 die Zahl der Gäste in den Kurstädten auf 303 %, in den ländlichen Regionen auf 224 %. Die Übernachtungen erhöhten sich auf  257  bzw. 313 %. In dieser Entwicklung sind zwei Phasen zu unterscheiden.

  1. die Phase des sichtbaren Anstiegs in den 90er sowie in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts.
    In dieser Zeit verbuchten die Kurstädte ein schnelles Wachstum der Gästezahlen bei gleichzeitig leichtem Rückgang der Aufenthaltszeit und der ländliche Raum erreichte einen Anstieg der Aufenthaltsdauer bei geringem Wachstum der Gästezahlen.
  2. die Phase der Konsolidierung und des leichten Anstiegs im laufenden Jahrzehnt (Grafik 16).
    In dieser Zeit wuchsen die Gästezahl und die Übernachtungen im ländlichen Raum schneller als in den Kurstädten. Die Gäste haben die Natur wieder entdeckt. Dadurch kam es, ohne dass die Kurstädte ihre dominierende Stellung verloren haben, zu sichtbaren Verschiebungen in den Anteilen (Tabelle 3).
Tabelle 3:
Die Entwicklung der Nachfrage in Kurstädten und im ländlichen Raum 2012-2017
sowie ihre Anteile an den Gästen und Übernachtungen in der Dübener Heide, gesamt,
in den Jahren 2012 und 2017
  Übernachtungen Gäste
Kurstädte ländl. Raum Kurstädte ländl. Raum
Entw. 2012-2017 108,2 132,6 109,3 128,7
Anteil 2012 76,8 23,2 51,6 48,4
Anteil 2017 73,0 27,0 47,5 52,5

Grafik 16:
Die Entwicklung der Teilregionen 'Kurstädte' und 'ländlicher Raum' in der Dübener Heide seit 1994
Entwicklung der Nachfrage in Kurstädten und im ländlichen Raum seit 1993

In den vergangenen 2 1/2 Jahrzehnten hat sich viel verändert. In den Kurstädten waren es 1993 täglich 470 Gäste, die durch die Städte flanierten, heute sind es  1.209 Gäste, d. h. das Zweieinhalbfache (Grafik 17) .


Grafik 17:
Die durchschnittlich täglich anwesenden Gäste in den Teilregionen
der Dübener Heide 1993, 2000 und 2017
Entwicklung der Nachfrage in Kurstädten und im ländlichen Raum seit 1993

Wenn sich auch, bedingt durch die steigenden Übernachtungszahlen, im Durchschnitt pro Tag mehr Gäste in der Region aufhalten, so gab es in der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer der einzelnen Gäste keine nennenswerten Veränderungen (Grafik 18).


Grafik 18:
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste
in den Teilregionen der Dübener Heide 1993, 2000 und 2017
Entwicklung der Nachfrage in Kurstädten und im ländlichen Raum seit 1993

Die erfreuliche Entwicklung im ländlichen Raum darf den Blick zu den Relationen nicht trüben. Nach wie vor bestimmen die Kurstädte das Bild der Region und dies wird auch in Zukunft so bleiben. Gesundheitstourismus wird noch lange Zeit das wichtigste touristische Standbein der Region bleiben (Tabelle 19).


Grafik 19:
Der Anteil der Teilregionen Kurstädte und ländlicher Raum an der Übernachtungen in der Dübener Heide 2017
Anteil an den Übernachtungen

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D.
Saisonale Nachfrageunterschiede 2017

Die Nachfrage in den meisten Tourismusregionen Deutschlands ist von einem typischen Sommer-Winter-Rhythmus geprägt. Auch in der Dübener Heide kann dieser allgemeine Saisonrhythmus erkannt werden. Durch die dominierende Rolle des Gesundheitstourismus und der Kureinrichtungen ergibt sich jedoch eine abgeflachtere, harmonischere Nachfragekurve. Das tritt besonders bei der Zahl der Ankünfte zu Tage.

In den letzten Jahren erhöhte sich der Anteil der Sommermonate. Der Schluss eines zunehmenden Urlaubstourismus ist jedoch verfrüht. Es muss auch künftig mit einer gewissen Variabilität gerechnet werden (Tabelle 4 und Grafik 20).

Tabelle 4:
Anteil Sommermonate an den Jahresübernachtungen 
bei Gästen und Übernachtungen(April-Sept.)
Jahr 2011 2014 2015 2016 2017
Anteil Gäste/Ankünfte (%) . 65 69 68 73
Anteil Übernachtungen (%) 58 59 61 55 68

Noch sichtbarer wird der saisonale Nachfrageverlauf in Grafik 20. Während bei den Gästezahlen die Jahre 2015 und 2016 weitgehend identisch sind, hebt sich die Entwicklung 2017 sichtbar ab. Bei den Übernachtungen kommt es zu einem klar ausgeprägten Saisoncharakter. Der saisonale Anstieg der Besucherzahlen ist sowohl in den Kurstädten als auch im ländlichen Raum vorhanden. In letzterem ist er jedoch sichtbarer. Im Sommerhalbjahr sind etwa fünfmal so viel Gäste anzutreffen (Grafik 21) und deren durchschnittliche Aufenthaltszeit ist um fast ein Drittel höher als im Winterhalbjahr (Grafik 22).


Grafik 20:
Der Saisonverlauf der Nachfrage in der Dübener Heide 2015-2017
Saisonverlauf der Nachfrage 2015-2017

Besonders hoch ist die Nachfrage im dritten Quartal mit den Sommerferien an den Bildungseinrichtungen. Der Einfluss der vielen Campingplätze tritt jetzt besonders zu Tage. In der Nordheide wohnen (2017) 39 % der Sommergäste auf Campingplätzen und sie erreichen einen Anteil von 41 % an den Übernachtungen (Für die Südheide und die Heide, gesamt, stehen keine Angaben zur Verfügung).


Grafik 21:
Der Saisonverlauf der Nachfrage im ländlichen Raum der Dübener Heide 2017
Saisonverlauf der Nachfrage im ländlichen Raum 2017

Grafik 22:
Saisonale Unterschiede des durchschnittlichen Aufenthaltes der Gäste
im ländlichen Raum der Dübener Heide 2017
Saisonale Unterschiede der Aufenthaltsdauer der Gäste im ländlichen Raum 2017

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E.
Einige touristische Vergleiche zwischen der Dübener Heide und den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt

Aus touristischer Sicht wird der Dübener Heide in den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt keine übermäßige Aufmerksamkeit geschenkt. Das ist verständlich, denn in ihr wird nur ein geringer Teil der touristischen Aktivitäten des jeweiligen Landes realisiert.

Die Dübener Heide besitzt

Die Rolle der Region Dübener Heide wird durch Einbeziehen weiterer Kennziffern anders gesehen.


Grafik 23:
Die Übernachtungen bezogen auf die Wohnbevölkerung
in der Dübener Heide sowie in den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt 2017
Die Übernachtungen pro Einwohner

Grafik 24:
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste
in der Dübener Heide sowie in den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt 2017
Saisonale Unterschiede der Aufenthaltsdauer der Gäste im ländlichen Raum 2017

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ins Internet gestellt am 04.05.2018
Dr. sc. Walter Dlouhy