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Geschichte und Geschichtliches (fragmentarisch)

Eine komplexe Darstellung der historischen Veränderungen in der Region Dübener Heide fehlt. Heimatforscher befassen sich in erster Linie mit ihren Städten oder Kommunen. Diese Situation ist verständlich, denn die Region ist administrativ gespalten, noch heute führt eine Landesgrenze durch die Heide, die zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt. Kreisgrenzen kommen noch hinzu. Gemeinsames wird dadurch wenig gefördert, doch es besteht. Landschaftsmuseum Burg Düben

Wer sich intensiver mit der Historie der Region befassen will, dem sei das Landschaftsmuseum auf der Burg Düben empfohlen. Es vermittelt aufschlussreiche Fakten.

Wir wollen einen groben Überblick geben, aufkeimendes Interesse fördern und Lust auf mehr erzeugen. Die folgenden Fakten sollen einen kleinen Überblick zur wechselvollen Geschichte der Dübener Heide vermitteln. Gern nehmen wir Hinweise zur Vervollkommnung entgegen.

Mit dem Beitrag "200 Jahre Wiener Kongress" von Felix Saul bringen wir eine Vertiefung


v.Chr.
Die erste, nachweisbare Besiedlung der Dübener Heide erfolgte bereits vor Beginn der Zeitrechnung durch den westgermanischen Stamm der Hermunduren (von den Römern als Sueben bezeichnet). Die Hermanduren wanderten im Verlaufe der Zeit westwärts in günstigere Gebiete, es entstand ein Siedlungsvakuum. Über menschliches Leben in der Dübener Heide ist über Jahrhunderte nichts bekannt.
7. Jahrhundert
slawische Stämme besiedeln die Region, im 12. Jahrhundert ziehen sie allmählich ab bzw. werden vertrieben.
10. Jahrhundert
es erfolgt eine verstärkte Besiedlungswelle
981 - Düben wird erstmals urkundlich erwähnt. Auch an der Elbe entstehen nennenswerte Siedlungen bzw. ersetzen ehemals slawische Orte.
12. Jahrhundert
das Gebiet der Dübener Heide gehört fest zum Kurfürstentum Sachsen (nicht zu verwechseln mit dem Gebiet des heutigen Sachsens, das damals Mark Meißen hieß). Albrecht, der Bär ruft Flamen und Friesen ins Land, um es zu kultivieren, Schmiedeberg entstand.
13. Jahrhundert
1285 - Gräfenhainichen wird erstmals urkundlich erwähnt
14. Jahrhundert
Das Kurfürstentum Sachsen dehnt sich aus, Gräfenhainichen wird einverleibt
15. Jahrhundert
nach der Teilung der Wettiner Liegenschaften werden Torgau sowie Wittenberg zeitweise Residenzstädte der ernestinischen Linie der Wettiner. Die Städte blühen auf.
16. Jahrhundert
die Reformation breitet sich von Wittenberg und Torgau über die Dübener Heide aus
1502 - die Universität Wittenberg wird gegründet (durch Friedrich den Weisen)
1520 - fand die erste evangelische Predigt statt.
17. Jahrhundert
der 30-jährige Krieg führt zu großen Verwüstungen in der Region, zwei Drittel der Bevölkerung stirbt
Luther durchquerte auf seinen Wegen nach Leipzig die Heide.
1631 - Treffen des sächsischen Kurfürst Johann Georg in Düben mit dem Schwedenkönig Gustav Adolf; Abschluss eines Bündnisses gegen den katholischen Kaiser.
18. Jahrhundert
1700 - Bad Schmiedeberg wird neben Torgau kursächsische Garnisonsstadt
1760 - Wittenberg wird von den preußischen Truppen fast völlig zerstört
1760 - Schlacht bei Torgau (auf den Süptitzer Höhen) die Truppen des Preußenkönigs Friedrich II. besiegen die Österreichische Armee
19. Jahrhundert
1813 – Napoleon hält sich auf der Burg Düben auf, bevor er in die Schlacht nach Leipzig zieht.
1815 - der Wiener Kongress bewirkt gravierende Veränderungen, große Teile der Dübener Heide kommen zu Preußen als „Provinz Sachsen“ (Gräfenhainichen – Bad Schmiedeberg – Torgau). (siehe dazu auch Manuskript zu "200 Jahre Wiener Kongress")
130 Jahre lang ist die Dübener Heide preußisch, erst 1944 wird diese Provinz aufgelöst.
1878 – die Garnison Bad Schmiedeberg wird geschlossen
Zweite Hälfte – der Braunkohlenabbau beginnt am Westrand der Dübener Heide
20. Jahrhundert
1944 wird die „Provinz Sachsen“ mit Hauptstadt Magdeburg in die Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg aufgeteilt.
1945 entsteht aus diesen das Land Sachsen-Anhalt
1952 erfolgt die Neugliederung des Territoriums und die Dübener Heide kommt zum Bezirk Halle. Die bisher sächsischen Teile gehören dem Bezirk Leipzig an.
1990 wird die administrative Struktur wieder neu geregelt. Die Dübener Heide bleibt geteilt. Etwa zwei Drittel der Fläche und der Bevölkerung gehören zum Bundesland Sachsen-Anhalt und ein Drittel zum Freistaat Sachsen. Sechs Landkreise Bitterfeld, Gräfenhainichen und Wittenberg sowie Delitzsch, Eilenburg und Torgau) verfügen über die Verwaltungshoheit. 6 Städte gehören zur Dübener Heide: Gräfenhainichen im Westen (Kreisstadt), die Kurstädte Bad Düben, Bad Schmiedeberg, Pretzsch und Dommitzsch an der Elbe sowie Kemberg am Nordrand.
21. Jahrhundert
2011 hat sich die Situation nicht grundlegend geändert, doch etwas übersichtlicher gestaltet. Nach wie vor ist die Region durch Landesgrenzen gespalten, aus 6 Landkreisen wurden 3 (Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg und Nordsachsen), die Zahl der Städte sank auf 5 (Pretzsch wurde in Bad Schmiedeberg eingemeindet). Auch die Zahl der Gemeinden ist stark gesunken.
Tourismus, Land- und Forstwirtschaft sind die dominierenden Wirtschaftsbereiche, das produzierende Gewerbe ist nur gering entwickelt. 

Gern nehmen wir Anregungen und Gedanken zur Vervollständigung dieser Seiten entgegen. Hier


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letzte Änderung: 01/2017