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Was ist Heide - Gedanken zum Begriff

Mit dem Begriff der Heide befassen sich verschiedene Autoren und deren Vorstellung ist keineswegs identisch mit der vielerorts üblichen Verbindung von Heidelandschaft und Heidepflanze. Windisch bringt dies deutlich zum Ausdruck (siehe 'Heidelandschaft und Dübener Heide'). Und Kluge schreibt (1): "Die Grundbedeutung des gemeingermanischen Wortes ist die der 'waldlosen, unbebauten Ebene"  Im Mittelalter wandelte sich die Bedeutung etwas und war verbunden mit der Allmende (2) und bezeichnete "unbebautes, wildbewachsenes Land" das vom Gemeinwesen einer Kommune genutzt wurde. Die Redewendung "Draußen auf der Heide" meinte das kärgliche, sich in Gemeinbesitz befindende Land, auf dem das Vieh der ansonsten Besitzlosen weidete. Es bestand meist aus einer Mischung von Wiesen und Wald.

Abgeleitet davon wurde Heide zum Inbegriff für arme und karge Regionen. Viele Landstriche in Mitteldeutschland erhielten die Bezeichnung "Heide", und noch heute befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Dübener Heide die Dahlener Heide im Süden von Leipzig, die Oranienbaumer Heide als nordwestlicher Anschluss an die Dübener Heide und die Annaburger Heide östlich der Elbe.

Erst im Laufe des letzten Jahrhunderts wurde die Dübener Heide zur Bezeichnung der jetzigen großen Fläche. In alten Karten sind auf dem gleichen Gebiet noch mehrere Heiden zu finden, wie Torgauer Heide, Tornauer Heide u. a.

Das Bundesumweltamt bemerkt zur Dübener Heide: „Die Bezeichnung Heide hat jedoch nichts mit den zwergstrauchreichen Heiden Nordwestdeutschlands (wie z.B. in der Lüneburger Heide) zu tun, sondern steht im Sprachgebrauch begrifflich für Wald. Zu den wertvollen Biotopen der Dübener Heide gehören auch die großflächigen Zwischen- bzw. Niedermoore (Wildenhainer Bruch, Zadlitzbruch, Mausebruch).“(3)

Auch heute wird der Begriff Dübener Heide verschiedenartig genutzt. So definiert der Naturpark Dübener Heide ein durch die Naturparkverordnung eindeutig abgegrenztes Territorium. Auf Autokarten und Atlanten ist die Dübener Heide zwar eingezeichnet (nur auf den guten), aber die Grenze ist fließend, ebenso wie beim Erzgebirge oder den Alpen. Der Besucher sieht dies wieder anders. So erzählt der Leipziger, er war in der Dübener Heide, obwohl er, rein geografisch, bereits fast 10 km vorher angehalten hat und "nur" in der Noitzscher Heide aufgehalten hat. Das mindert sein Gefühl, in der Dübener Heide gewesen zu sein, keineswegs.

Quellen

(1) Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Friedrich Kluge, Straßburg 1905, Seite 167
(2) "Allmende, Wälder, Weiden und Gewässer einer Gemeinde, die von den Einwohnern gemeinsam genutzt werden." Das aktuelle Multimedia Lexikon 3.1; Naumann & Göbel Verlagsgesellschaft Köln: 
(3) aus einem im Internet veröffentlichen Material des Bundesumweltamtes – www.umweltbundesamt.de/umweltproben/upb42.htm

Unmittelbar mit dieser Thematik verbunden sind

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letzte Änderung: 28.12.2011