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Tourismusanalyse Dübener Heide 2018

- Angebot und Nachfrage im Beherbergungsgewerbe der Region


Inhaltsübersicht

1. Eine kurze Vorbemerkung
A. Das Angebot an touristischen Leistungen in der Dübener Heide 2018
B. Die touristische Nachfrage in der Dübener Heide 2018
C. Regionale Nachfrageunterschiede 2018
D. Saisonale Nachfrageunterschiede 2018
E. Einige touristische Vergleiche zwischen der Dübener Heide und den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt


0. Eine kurze Vorbemerkung

Die seit vielen Jahren veröffentlichte Kurzanalyse "Tourismus in der Dübener Heide" stößt nach wie vor auf großes Interesse. Wir setzen deshalb die Veröffentlichung der  Ergebnisse der Langzeitbetrachtung fort. Sie geben einen aufschlussreichen Einblick in Veränderungen in der Region und zeigen, wie sich der Tourismus nach anfangs schwierigen Jahren zu einem wichtigen Faktor im gesellschaftlichen Leben der Region entwickelte.

Das Material enthält bewusst viele Grafiken und Tabellen, um dem Leser die Möglichkeit der unabhängigen Meinungsbildung zu geben. Interessierte, die noch umfangreicheres Material wünschen, wenden sich bitte an die Geschäftsstelle des Vereins Freizeit und Urlaub auf dem Land - Sachsen-Anhalt (Tel.: 034921/20391).

Die im Internet veröffentlichte Tourismusanalyse wurde ...mal aufgerufen
JahrAufrufe
2010   858
20121.154
20141.204
20151.115
20161.204
20171.178
20181.004

Zur Datenerfassung

Die nachfolgend genutzten Daten stellten uns die Statistischen Landesämter Sachsen und Sachsen-Anhalt als Spezialaufbereitungen zur Verfügung. Seit 1992 werden Daten bei uns gesammelt und ausgewertet. Dadurch können grundsätzliche Aussagen zur langfristigen Entwicklung des Beherbergungsangebotes und der touristischen Nachfrage getroffen werden. In dieser Zeit wurden zahlreiche Änderungen in der administrativen Struktur der Region und der Datenerfassung durchgeführt. Sie haben keinen Einfluss auf die Gesamtaussagen, bestimmen jedoch Detailaussagen. Deshalb wurde teilweise auf Langzeitdarstellungen verzichtet.

  1. Änderungen der administrativen Struktur
    • Die Zahl der Landkreise sank von 5 auf 3.
      In Sachsen waren es anfangs 3, jetzt einer; in Sachsen-Anhalt blieb die Zahl konstant bei 2.
    • Die Zahl der Gemeinden sank von 25 auf 13.
      Gerade diese Konzentration schmälert die differenzierte Aussage.
  2. Änderungen in der  statistischen Datenerfassung
    • die Größe der erfassten Unternehmen stieg von ehemals 'über 8 Betten' auf 'ab 10 Betten',
    • der Begriff 'touristische Unternehmen' wurde ausgedehnt (früher nur gewerbliche Einrichtungen, wie Hotels, Pensionen usw., heute einschließlich Campingplätze) und
    • die Integration der Campingplätze mit 4 Schlafgelegenheiten je Stellplatz beeinträchtigt die qualitative Bewertung der Gesamtheit. Um dies zu verdeutlichen, wird vorzugsweise der Begriff 'Schlafgelegenheiten' benutzt, obwohl er keineswegs schön ist.

Das Fortbestehen des Erfassungsgebietes 'Dübener Heide' im 1992 definierten geografischen Rahmen ermöglicht nach wie vor gesicherte Aussagen zu touristischem Angebot und Nachfrage.

Die wichtigsten Ergebnisse 2018:


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A. Das Angebot an touristischen Leistungen
in kommerziellen Beherbergungsbetrieben der Dübener Heide 2018

Beim Angebot ist zu unterscheiden zwischen "vorhandenen Betrieben" und "geöffneten Betrieben" sowie zwischen "vorhandenen Schlafgelegenheiten" und "angebotenen Schlafgelegenheiten".

Betriebe und ihre Größe

In der Region Dübener Heide wurden am 31.12.2018  65 kommerzielle Beherbergungseinrichtungen mit 5.634 Schlafgelegenheiten / Betten erfasst. Gegenüber dem gleichen Stichtag des Vorjahres blieb die Zahl der Betriebe unverändert, das Angebot an Schlafgelegenheiten erhöhte sich leicht (um 10 Betten). Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt 87 Schlafgelegenheiten/Einrichtung.

Am obigem Stichtag hatten 53 Betriebe mit 4.101 Schlafgelegenheiten/Betten geöffnet. Das sind 83,5 % der vorhandenen Betriebe mit 72,9 % des potentiellen Bettenangebots. Die durchschnittliche Betriebsgröße der geöffneten Betriebe betrug 77 Schlafgelegenheiten/Einrichtung.

Nach dem Aufschwung bis Anfang des ersten Jahrzehnts der 2000er Jahre folgte eine Phase der Findung mit zwischen den Jahren wechselnder Angebotshöhe. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der kommerziellen Beherbergungsbetriebe wenig verändert. Alles weist auf eine Marktsättigung hin (Grafik 1).

Das Angebot an Schlafgelegenheiten/Betten folgt in seiner Entwicklung weitgehend der Betriebsentwicklung. Ausnahme 2009; das vorhandene Angebot erhöhte sich schlagartig. Die Ursache liegt in statistischen Veränderungen (Einbeziehung der Campingplätze in die Beherbergungsstatistik ab 2009 mit jeweils 4 Schlafgelegenheiten je Stellplatz). Auf die tatsächlich angebotenen Schlafgelegenheiten hatte dies weniger Auswirkungen (Grafik 2).

Die Größe der kommerziellen Beherbergungsbetriebe erreichte 2018 mit durchschnittlich 87 Schlafgelegenheiten/Betrieb bei allen erfassten Betrieben und 79 Schlafgelegenheiten /Betrieb in geöffneten Einrichtungen neue Höchstwerte. Sie liegen nur geringfügig über denen des Vorjahres (Grafik 3).

Bei der Bewertung der durchschnittlichen Betriebsgröße sind die hier vorhandenen Extreme zu beachten.

 

Grafik 1:
Die Entwicklung der Zahl der kommerziellen Beherbergungseinrichtungen
in der Dübener Heide seit 1992

Betriebe


Grafik 2:
Die Entwicklung der Zahl der Schlafgelegenheiten in komm. Beherbergungsbetrieben
der Dübener Heide seit 1992

Entwicklung der Schlafgelegenheiten


Grafik 3:
Die durchschnittliche Betriebsgröße der kommerziellen Beherbergungsbetriebe
der Dübener Heide seit 1992 (Schlafgelegenheiten/Betrieb)

Betriebsgröße

Saisonale Einflüsse auf das Angebot

Das touristische Sommer-Winter-Verhalten ist in der Dübener Heide durch die vorhandenen Kureinrichtungen zwar weniger stark ausgeprägt als in manch anderer Tourismusregion, trotzdem spiegelt es sich auch in den Angebotsunterschieden deutlich wider.

Grafik 4:
Die saisonalen Unterschiede zwischen dem Angebot
von vorhandenen und angebotenen Schlafgelegenheiten 2015-2018
(Vergleich zwischen den Stichtagen 30.06. und 31.12.)

Saison 

Regionale Unterschiede im Angebot

Die Unterschiede im touristischen Angebot zwischen Süd- und Nordheide, d. h. zwischen dem sächsischen und sachsen-anhaltinischen Teil der Dübener Heide, sind beachtlich. Der nördliche Teil der Dübener Heide ist der touristisch dominierende. Rund 80 Prozent des Bettenangebotes befindet sich in dieser Region. Diese Situation ist seit Jahren unverändert (Grafik 5).

Der Norden punktet mit seiner Kurstadt Bad Schmiedeberg, in der sich die Hälfte seines Angebots an Schlafgelegenheiten befindet, sowie den vielen Campingplätzen. Die scheinbar besseren Voraussetzungen des Südteils durch seine Nähe zur Großstadt Leipzig (ca. 25 km entfernt) sowie die Autobahnanbindung kommen nicht zum Tragen.

 

Grafik 5:
Die regionalen Unterschiede beim Angebot von Schlafgelegenheiten
2014 - 2018 zwischen Nord- und Südheide
Stichtag jeweils 31.12.

Regionen

 

 Kurstädte und ländlicher Raum

Das Angebot in den Kurstädten ist auch 2018 sowohl für die Gesamtheide als auch für ihre Heideregionen (Nordheide Bad Schmiedeberg - Südheide Bad Düben) touristisch prägend. In ihnen wird ein hoher Anteil der vorhandenen Schlafgelegenheiten ganzjährig angeboten.

Der ländliche Raum als zweite Komponente des touristischen Angebotes verfügt über zwei saisonabhängige Gesichter. Im Sommer ist der ländliche Raum der größere touristische Anbieter im Vergleich zu den Kurstädten (Grafik 7 - Vergleich zu Grafik 6 für Winterhalbjahr). Diese Tatsache kommt auf Grund seiner Zersplitterung auf viele Ortschaften, der Größe der meisten Objekte und der fehlenden Gesamtpräsentation dieser Einrichtungen in der Wahrnehmung der Bürger kaum zur Geltung.

  1. Stichtag 31.12.2018 - vergleichbar mit dem Winterhalbjahr
    Der ländliche Raum:
    • verfügt über einen Anteil von  66 % an den geöffneten Betrieben und
    • einen Anteil von 47 % Schlafgelegenheiten.
    • Seine durchschnittliche Betriebsgröße beträgt 54 Schlafgelegenheiten/Betrieb bei den geöffneten Betrieben;
    • die regionale Verteilung ist sehr differenziert. Bei den geöffneten Betrieben erreicht die Südheide nur 26 Schlafgelegenheiten /Betrieb; in der Nordheide sind es 78 Schlafgelegenheiten/ Betrieb.

  2. Stichtag 30.06.2018 - vergleichbar mit der Sommer-/Hauptsaison
    Der ländliche Raum
    • weist einen Anteil von 69 % an den geöffneten Betrieben auf,
    • sein Anteil an den angebotenen Schlafgelegenheiten beträgt 58 % und
    • die durchschnittliche Betriebsgröße erreicht 73 angebotene Schlafgelegenheiten/geöffneten Betrieb und ist damit fast ein Drittel höher als in der Wintersaison.

Grafik 6:
Der Anteil der Kurstädte und des ländlichen Raumes
am Schlafgelegenheitsangebot in der Dübener Heide
Stichtag 31.12.2018

Angebot Winterhalbjahr

Grafik 7:
Der Anteil der Kurstädte und des ländlichen Raumes am Schlafgelegenheitsangebot
in der Dübener Heide - Stichtag 30.06.2018

Angebot in der Sommersaison

 

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B.
Die touristische Nachfrage in der Dübener Heide 2018

Übernachtungen

2018 konnte der Trend steigender Übernachtungszahlen fortgesetzt und wieder ein neuer Höchststand erreicht werden. 610.532mal verbrachten Gäste eine Nacht in kommerziellen Beherbergungsbetrieben der Dübener Heide. Das entspricht einer Steigerung um 1,0 % gegenüber dem Vorjahr.
Es ist das 6. Jahr in Folge mit positiver Entwicklung (Grafik 8).

Gäste (Ankünfte)

2018 übernachteten in kommerziellen Beherbergungsbetrieben der Dübener Heide 130.166 Gäste. Das entspricht einer Steigerung auf 102,3 % gegenüber dem Vorjahr. Auch bei Gästeankünften setzte sich der langjährige Trend fort und eine neue Höchstmarke wurde erreicht (Grafik 9).

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer

Die Gäste verblieben im Durchschnitt 4,7 Tage. Das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr und ergibt sich aus dem leicht schnelleren Wachstum des Anteils von Kurzurlaubern. Damit setzt sich die im 2. Jahrzehnt des 21. Jahrhundert anzutreffende sinkende Tendenz bei dieser Kennziffer fort. (Grafik 10) Dies ist keineswegs negativ, denn es lässt auf eine Stärkung der Nachfrage im ländlichen Raum schließen.

 

Grafik 8:
Die Entwicklung der Übernachtungen
in den kommerziellen Beherbergungsbetrieben der Dübener Heide
seit 1992

Übernachtungen ab 1992


Grafik 9:
Die Entwicklung der Gästezahl (Ankünfte) in den kommerziellen Beherbergungsbetrieben
der Dübener Heide seit 1992

Ankünfte ab 1992

Grafik 10:
Die Entwicklung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer der Gäste
in den kommerziellen Beherbergungsbetrieben der Dübener Heide seit 1992

Aufenthaltsdauer ab 1992

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C. Regionale Nachfrageunterschiede 2018

Die regionale Nachfrage innerhalb der Dübener Heide wird unter den Gesichtspunkten

Die Formulierung 'ländlicher Raum' für Gemeinden außerhalb der Kurstädte ist allerdings nur begrenzt aussagefähig, denn Kurstädte sind zum Teil Mischformen aus Kur-Ortsteilen und ländlich geprägten Ortschaften. Durch die Gebietsreformen wurden aus ehemals reinen Kurstädten Verwaltungseinheiten, die sowohl die Kurstädte als auch Ortschaften mit klar ländlichem Charakter in sich vereinen.  Das typische Beispiel für die Region Dübener Heide ist Bad Schmiedeberg. Während die Stadt Bad Schmiedeberg bis 30.06.2009 als Gemeinde bestand, wurden ab 01.07.2009 die bis dato selbständigen Gemeinden Pretzsch (Stadt), Korgau, Meuro, Priesitz, Schnellin, Söllichau und Trebitz in den neuen Gemeindeverbund einbezogen.

 

Nord- und Südheide

Die Nachfrage nach touristischen Leistungen stieg in beiden Teilregionen. Kennzeichnend ist  ein durchgängig solider, gemäßigter Aufschwung (Grafik 11).

2018 wurden

Bemerkenswert ist

Auch 2018 wählten etwa zwei Drittel der Gäste den Nordteil der Dübener Heide als Aufenthaltsort und verweilten länger in der Region als die, die im südlichen Teil Quartier bezogen haben.


Grafik 11:
Die Entwicklung der Zahl der Übernachtungen in der Nord- bzw. Südheide
seit 1992 (ausgewählte Jahre)

Übernachtungen nach Regionen seit 1992


Grafik 12:
Die Anteile der Übernachtungen in der Nord- bzw. Südheide an der Gesamtheide seit 1992 (ausgewählte Jahre - gesamt = 100)

Anteile Nord- und Südheide an Gesamtheide


Grafik 13:
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste in der Nord- bzw. Südheide seit 1992 (ausgewählte Jahre)

Aufenthaltstage seit 1992 nach Regionen

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Kurstädte und ländlicher Raum

Langfristig (über mehr als zwei Jahrzehnte - 1993-2018) erreichten beide Teilregionen beachtliche Fortschritte als Urlaubsregionen. Sowohl in den Kurstädten als auch im ländlichen Raum ist die Nachfrage gestiegen. Im Letzteren geringfügig schneller.

Seit 1993 (dem ersten Jahr mit einer statistischen Aussage zu diesen beiden Teilregionen) stieg bis 2018 die Zahl der Gäste in den Kurstädten auf 231 %, in den ländlichen Regionen auf  294 %. Die Übernachtungen erhöhten sich auf  206  bzw. 317 % (Grafik 14).

In dieser Entwicklung sind zwei Phasen zu unterscheiden:

  1. Die Phase des sichtbaren Anstiegs in den 90er sowie in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts.
    In dieser Zeit verbuchten die Kurstädte ein schnelles Wachstum der Gästezahlen bei gleichzeitig leichtem Rückgang der Aufenthaltszeit. Der ländliche Raum erreichte einen Anstieg der Aufenthaltsdauer bei geringem Wachstum der Gästezahlen.
  2. Die Phase der Konsolidierung und des leichten Anstiegs im laufenden Jahrzehnt.
    In dieser Zeit wuchsen die Gästezahl und die Übernachtungen im ländlichen Raum schneller als in den Kurstädten. Die Gäste haben die Natur wieder entdeckt. Dadurch kam es zu sichtbaren Verschiebungen in den Anteilen, ohne dass die Kurstädte ihre dominierende Stellung verloren haben.


Grafik 14:
Die Entwicklung der Teilregionen 'Kurstädte' und 'ländlicher Raum' in der Dübener Heide seit 1994

Entwicklung der Nachfrage in Kurstädten und im ländlichen Raum seit 1993

In den vergangenen 2 1/2 Jahrzehnten hat sich viel verändert. Die Kurstädte  beherbergten 1993 täglich 470 Gäste, heute sind es  1.219 Gäste, d. h. das Zweieinhalbfache (Grafik 15).


Grafik 15:
Die durchschnittlich täglich anwesenden Gäste in den Teilregionen
der Dübener Heide 1993, 2000 und 2017/2018

Anteile der Nachfrage in Kurstädten und im ländlichen Raum seit 1993

Wenn sich auch, bedingt durch die steigenden Übernachtungszahlen, im Durchschnitt pro Tag mehr Gäste in der Region aufhalten, so hat sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der einzelnen Gäste wenig verändert (Grafik 16).


Grafik 16:
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste
in den Teilregionen der Dübener Heide  seit 1993

Aufenthaltsdauer in den Regionen

Die erfreuliche Entwicklung im ländlichen Raum darf den Blick zu den Relationen nicht trüben. Nach wie vor bestimmen die Kurstädte das Bild der Region und dies wird sich auch in Zukunft wenig ändern. Gesundheitstourismus wird noch lange Zeit das wichtigste touristische Standbein der Region bleiben. Tabelle 17 verdeutlicht die gegenwärtigen Anteile.


Grafik 17:
Der Anteil der Teilregionen Kurstädte und ländlicher Raum an der Übernachtungen in der Dübener Heide 2018

Anteil an den Übernachtungen

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D.
Saisonale Nachfrageunterschiede 2018

Die Nachfrage in den meisten Tourismusregionen Deutschlands ist von einem typischen Sommer-Winter-Rhythmus geprägt. Auch in der Dübener Heide kann dieser allgemeine Saisonrhythmus erkannt werden. 2018 erreichten die Sommermonate (Halbjahr April - September)

an den Jahreswerten.

Auffallend ist die im Vergleich mit anderen Tourismusregionen (z. B. Ostseeküste) geringer ausgeprägte touristische Rolle des Sommerhalbjahres. Das wird noch deutlicher, wenn statt Halbjahre die Quartale verglichen werden. Bei Gästen, d. h. den in der Region anwesenden Personen, erreicht das 3. Quartal (Juli bis September) den Spitzenwert (38,7 % der Jahresgäste); bei Übernachtungen dagegen wird dieser Wert vom 2. Quartal (April bis Juni) belegt (32,9 % der Jahresübernachtungen). Diese Unterschiede sind vor allem auf zwei Besonderheiten der Dübener Heide zurückzuführen.

  1. Die in der Region vorhandenen Kureinrichtungen wirken ausgleichend auf die saisonale Nachfrage. Die Auslastung der Rehabilitationszentren ist wenig jahreszeitabhängig und macht sich besonders im Anteil des Winterhalbjahres, wenn Urlauber und Wochenendgäste ausbleiben, positiv bemerkbar.
    • Im Winter kommen zwar weniger Gäste, sie bleiben aber länger. So betrugt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in den letzten 4 Jahren im Sommerhalbjahr rd. 4 Tage, im Winterhalbjahr  6-7 Tage. Diese auf den ersten Blick scheinbar unreale Situation ist auf den Einfluss der Kureinrichtungen zurückzuführen, deren Anteil an den Übernachtungen in der kalten Jahreszeit höher ist.
  2. Die zahlreichen Campingplätze der Region entfalten vor allem im Sommerhalbjahr ihre Anziehungskraft. Es sind die Schulferien im 3. Vierteljahr des Jahres, in denen die Nachfrage steigt (Tabelle 20 - 3. Quartal rot gekennzeichnet).

Eine weitere Erkenntnis ist das jahreszeitlich sehr variable Wachstum der Nachfrage. Ein kennzeichnender Anstieg einzelner Jahreszeiten zeigt sich nicht. Zum Beispiel traten 2016 Übernachtungen im Winter als Wachstumsfaktor in Erscheinung, im folgenden Jahr 2017 war es dagegen das Sommerhalbjahr  (Tabelle 19). Das heißt, es sind keine spezifischen Jahreszeiten als Wachstumsmotor zu erkennen. Das betrifft sowohl Gäste- als auch Übernachtungszahlen.


Grafik 18:
Der Anteil der Quartale an der Jahresnachfrage 2018 (Zahl der Gäste und Übernachtungen) in der Dübener Heide

Anteil der Quartale an der Jahresnachfrage


Grafik 19:
Die Verteilung der Nachfrage (Gäste und ihre Übernachtungen) in der
Dübener Heide auf Sommer- und Winterhalbjahr 2015 - 2018

Saison nach Halbjahren


Grafik 20:
Der Anteil der Quartale an den Gästen (Ankünfte) in der Dübener Heide
2015-2018

Nachfrage nach Quartalen 2015-2018

    


Grafik 21:
Saisonale Unterschiede der Gäste- und Übernachtungszahlen
im ländlichen Raum der Dübener Heide 2018

ländlicher Raum und Saison

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E.
Einige touristische Vergleiche zwischen der Dübener Heide und den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt

Aus touristischer Sicht wird der Dübener Heide in den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt keine übermäßige Aufmerksamkeit geschenkt. Das ist verständlich, denn in ihr wird nur ein geringer Teil der touristischen Aktivitäten des jeweiligen Landes realisiert.

Die Dübener Heide besitzt


Grafik 22:
Übernachtungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und der Dübener Heide
seit 2004 im Vergleich

Vegleich mit Sachsen und Sachsen-Anhalt

Das Problem dieser Gegenüberstellung ist die sehr unterschiedliche Struktur der Regionen.  Wird dagegen  die Tourismuskennziffer "Gäste/Übernachtungen pro 100 Einwohner" genutzt, ergibt sich ein anderes Bild.


Grafik 23:
Gäste und Übernachtungen in der Dübener Heide
sowie in den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt 2018
- je 100 Einwohner -

Vergleich je Einwohner


Grafik 24:
Die durchschnittlichen Aufenthaltstage der Gäste in der Dübener Heide
sowie in den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt 2018

Aufenthaltsdauervergleich

Die touristische Rolle der Dübener Heide wird durch den Vergleich mit anderen Regionen innerhalb der beiden Bundesländer verdeutlicht (Tabelle 26).


Grafik 25:
Vergleich Dübener Heide mit Großstädten sowie Tourismusregionen in
Sachsen und Sachsen-Anhalt 2018 (Übernachtungen je 100 EW)

Kreisvergleich

 

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ins Internet gestellt am 31.03.2019
Dr. sc. Walter Dlouhy